Sprachenatelier Berlin (http://www.sprachenatelier-berlin.de)
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Lesung mit Ilma Rakusa

Die Schweizer Buchpreisträgerin Ilma Rakusa wird am 5. Februar im Sprachenatelier Berlin aus ihrem Buch „Mehr Meer“ lesen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen unserer Schweizer Lesereihe zum Thema „Exil, Migration & Fremdheit“ statt, alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Die Autorin: Ilma Rakusa

Ilma Rakusa wurde 1946 in Rimavská Sobota (Slowakei) als Tochter einer Ungarin und eines Slowenen geboren, ihre Kindheit verbrachte sie in Budapest, Ljubljana,
Triest und Zürich. Sie studierte Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg und promovierte zum Motiv der Einsamkeit in der russischen Literatur.
Seit 1977 ist sie als Lehrbeauftragte der Universität Zürich tätig und arbeitet als freiberufliche Schriftstellerin,
Übersetzerin und Publizistin („Neue Zürcher Zeitung“ & „Die Zeit”). Ilma Rakusa lebt in Zürich.

Das Buch: „Mehr Meer – Erinnerungspassagen“

Eine Kindheit und Jugend in dem Mitteleuropa, dessen politische und kulturelle Konturen nach dem Zweiten Weltkrieg gerade neu definiert wurden:
Ilma Rakusa folgt in ihren Kindheitserinnerungen dem kleinen Mädchen, das sich aufgrund seiner Herkunft – ein slowenischer Vater und eine
ungarische Mutter – in immer wieder neuen Lebensorten wiederfindet, mal in einer slowakischen Kleinstadt, mal in Budapest, Ljubljana,
Triest oder Zürich, irgendwann auch in St. Petersburg und Paris. Die überall Fremde, Nicht-ganz-Zugehörige findet schon sehr früh ihre ganz
eigene Heimat in der Musik und im Klavierspielen, und mit der Entdeckung Dostojewskijs auch in der Literatur.
Schließlich fühlt sie sich auch in der Bewegung, dem Unterwegssein und dem Reisen zuhause.

Rakusas „Mehr Meer“ geht weit über die bloße Nacherzählung einer Kindheit und Jugend hinaus. Vielmehr ist es die Heraufbeschwörung der Spuren,
welche von den unzähligen Lebensstationen und Begegnungen in aller Welt übrig blieben, Töne und Klänge, Farben und Stimmungen, einzelne Szenen
und Blitzlichter: „Die Bilder, sage ich, in Ehren. Aber zuerst kommen die Gerüche.“ In Selbstbefragungen, in Dialogen, Gedichten und Erinnerungsbildern
geht sie ihrer eigenen Geschichte auf den Grund: ein Leben als unfreiwillige Nomadin, der ständige Ortswechsel, das Paradies des Meeres und
der Küste in Triest und Grado, erste Reisen, erste Küsse, die Musik und die Begegnung mit den Ritualen der Ostkirche, die ersten Auslandsjahre in Paris und im damals noch sowjetischen Leningrad.

Für „Mehr Meer“ hat Rakusa 2009 den Schweizer Buchpreis erhalten. Das Buch wurde unter anderem gelobt für „die Hervorzauberung des Schönen,
Intensiven, Poetischen eben auch dort, wo man es nicht unbedingt vermutet. Ilma Rakusa begegnet ihm in der Tristesse osteuropäischer Städte
und vor dem weiten Horizont des Meeres, im Gespräch in einer Studentenküche und beim gemeinsamen Musizieren. Diese Schönheitsempfindlichkeit,
diese Erfüllung der Welt mit Poesie ist die besondere Befähigung dieser Autorin, und eine andere ist es, den Leser damit anzustecken.
Das Mittel dazu ist das treffende Wort, das Dichterwort. Geschult im Umgang mit den großen Lyrikern, die sie übersetzt,
interpretiert und vermittelt, geschult auch durch die eigene lyrische Arbeit, hat Ilma Rakusa mit ihren Erinnerungspassagen
ein episches Werk geschaffen, das lyrische Ansprüche erfüllt.“ (Martin Ebels Laudatio anlässlich der Verleihung des Schweizer Buchpreises)

Weitere Stimmen zum Buch:

„Mehr Meer ist nicht nur eine Autobiografie, es ist auch eine Liebeserklärung an Osteuropa, an die Städte und Landstriche und vor allem
an die Menschen, die der Autorin begegnet sind und ihr Denken und Fühlen geprägt haben. Es gelingen ihr funkelnde Portraits von ihrem Vater
, ihrem Großvater, von Kinderfrauen und Schulfreundinnen und Studienkollegen, aber auch von Bekannten, die am Leben im Exil zerbrochen sind.
Ein hochpoetischer, bildstarker Text.“
(Basler Zeitung)

„Polyglott und kosmopolitisch aufgewachsen, erweist sich Rakusa als fulminante Epochenverschlepperin, als Zeitzeugin einer mitteleuropäischen Nachkriegszeit,
in der es dieses Mitteleuropa zwischen Ost und West gar nicht geben durfte.“
(FAZ)

„Über Länder und Gewässer, über Schranken und Grenzen. Dieses Buch ist ein langes Gedicht aus feinster, musikalisch gewirkter Prosa, am schönsten und gelungensten da,
wo in konsequenter Einlösung des Titels zwei Meereslandschaften einander berühren, das Mittelmeer des Nordens und das des Südens: In der Lagune von Grado und auf der
großen Düne hinter Nida auf der Kurischen Nehrung. Ein außergewöhnliches Buch.“
(Süddeutsche Zeitung)

„Mehr Meer ist ein Buch der Unruhe, randvoll mit Farben, Klängen, Bildern, ein dichtes und lichtes Zeitgewebe, mehr Stimmung und Meditation, mehr Poem als Beschreibung,
temperiert von Lektüren. Die namhaft gemachten Orte bleiben vage, verlieren ihre harten Umrisse, dürfen Literatur werden. Ein Wort trifft den Nerv
dieser Erinnerungspassagen am besten: Liebe. Ilma Rakusa erzählt von ihrer Liebe zur Musik, zur Literatur, zur Schönheit der katholischen Liturgie,
zur Sehnsucht nach der Sehnsucht, die jedem Kunstgenuss vorausgeht, zu ›mehr Meer‹ in uns.“
(NZZ)

Rakusa „gelingen brillante Passagen, das Ich als Medium eines größeren Zusammenhangs. Rakusa zieht den Leser hinein in ihr wechselhaftes ostmitteleuropäisches Leben.“ (Frankfurter Rundschau)

„Dass Ilma Rakusa auch Lyrik schreibt, merkt man den Sätzen aufs glücklichste an. Die Stimmung ist das Material ihrer Erinnerung, herbeigezaubert durch Worte, Gerüche und Bilder.“ (Der Spiegel)

„Eine atmosphärisch gesättigte und gleichzeitig außerordentlich blickscharfe Introspektion, in der sich poetisches Talent mit Zeitdiagnose paart.“ (Der Freitag)

„Mehr Meer ist ein persönliches Buch, doch in vielfältiger Weise lesbar. Es beschreibt, wie jemand zum Schriftsteller wird, zum Sprachsüchtigen.
Es beschreibt Zeit- und Lebensläufe. Die Bildung eines weiblichen, intellektuellen Bewusstseins, die Macht der Literatur, die Poesie des Lebens.
Es ist ein Buch über Heimatlosigkeit und Freundschaft. Sinnlich, melancholisch, musikalisch. Es hebt Zeit auf, macht sie sichtbar, hörbar.
Diese Erinnerungspassagen sind ein Multimediaerlebnis – vermittelt durch Sprache.“
(Deutschlandradio)

Der Eintritt ist frei, um Voranmeldung bis zum 4. Februar wird jedoch gebeten, entweder telefonisch unter 030-27589855 oder per mail@sprachenatelier-berlin.de

 

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